Unser Service für Sie: Tipps für ihre Geldanlage

Hier die Prognosen von G. Hannich vom 2.11.2003 im Radiointerview von SR2

Um eine vernünftige Anlagestrategie im unsicheren Marktumfeld zu entwickeln, ist es vorher nötig, die grundsätzliche Entwicklung des Finanzmarktes und die daraus abgeleitete Entwicklung der Börsenwerte verstanden zu haben (siehe auch Anlage-Kurzseminar).
Danach wird dann klar, welche Risiken etwa durch Schulden entstehen und warum Sicherheit und Liquidität der Geldanlage vor der Rendite stehen, oder warum man beispielsweise nur begrenzt in den Dollarraum investieren sollte. Daß die weitere Konjunkturentwicklung auf eher wackligen Füßen steht und deshalb eine vernünftige Geldanlagestrategie nötig ist, wird dann ebenfalls deutlich.
Das wichtigste ist, Schulden heute möglichst zu vermeiden, weil Sie sonst in einer Krisensituation mit einer deflationären Aufwertung der Kredite, steigenden Zinsen und unter Umständen rabiaten Forderungen der Banken konfrontiert werden könnten.
Kredite lohnen sich im unsicheren Marktumfeld eigentlich nur dann, wenn diese innerhalb kurzer Zeit wieder abgetragen werden können. Sowohl in der Deflation, wie auch in der Inflation drohen sonst starke Einbußen.
Hier gilt heute wieder der Grundsatz unserer Großeltern, daß man sich nur dann etwas leisten kann, wenn man vorher gespart hat. Verzichten Sie lieber einmal auf etwas, als durch Schulden in Abhängigkeit zu geraten und Ihre Sicherheit zu verspielen. Haben Sie schon laufende Kredite, dann hat die Tilgung derselben absoluten Vorrang vor allen anderen Geldentscheidungen. Achten Sie dabei auf eine möglichst langlaufende Zinsfestschreibung, um nicht durch steigende Zinsen in einem unsicheren Marktumfeld überrascht zu werden. Vor allem als Unternehmer sollten Sie entsprechende Tips beachten.
Haben Sie keine Schulden und etwas Erspartes, dann stellt sich die Frage nach der sicheren Geldanlage.

Was ist bei der Geldanlage wichtig?
In einer weltweiten Schuldenkrise nimmt die Unsicherheit auf dem Finanzmarkt enorm zu, da niemand mehr weiß, welche Geldanlagen überhaupt noch zu realisieren sind oder welche Unternehmen und Banken schon bankrott sind.
Dadurch ergibt sich ein Risikozuschlag zum Zins, da der Geldverleiher sich das gestiegene Verlustrisiko vom Schuldner bezahlen läßt. Weil die Zinsen dann massiv steigen, hat dies teilweise verheerende Auswirkungen auf viele Geldanlageprodukte:
So stürzen beispielsweise festverzinsliche Wertpapiere im Kurs ab und zwar je länger die Laufzeit, umso deutlicher. Zusätzlich dazu fällt der Kurs noch weiter durch die aufkommende Unsicherheit und den Rückgang der Kaufnachfrage nach solchen Wertpapieren. Nach der Rußlandkrise mußten beispielsweise die Besitzer russischer Staatsanleihen Kursverluste von bis zu 90 Prozent hinnehmen. In der Konsequenz heißt dies, daß man nur kurzlaufende Papiere von Schuldnern mit hoher Bonität kaufen sollte.
Gleichzeitig verfallen die Aktienwerte an der Börse, einmal weil den Unternehmen der Boden unter den Füßen weggezogen wird und die aufkommende Unsicherheit zu Aktienverkäufen führt. Die Aktienanlage muß deshalb gründlich geplant sein. Unternehmen, welche in einer Krise keine Rolle mehr spielen, sind deshalb zu meiden.
Mit den Anleihen und den Aktien verfallen dann auch gleichzeitig die auf ihnen aufbauenden Fondanteile. Es ist ein weitverbreiteter Irrtum, daß die Anlage in einem Aktienfond sicherer ist, als eine Direktinvestition in Aktien. Im Gegenteil: Die Fondanlage ist unberechenbarer, da Sie weder über die konkreten Investitionen des Fondmanagers informiert sind, noch auf dessen Handlungsweise einen Einfluß haben. Schnell sind solche Fonds dann am Ende und das Vermögen verloren, während Sie bei der Direktanlage selbst agieren können und auch die Kontrolle behalten.
Schnell wird hier schon deutlich, daß es im Hinblick auf eine Schuldenkrise wichtig ist, immer nur kurzfristig zu investieren. Das Geld muß ständig verfügbar sein. Was nutzt Ihnen eine hochrentable Geldanlage in der Krise, wenn Sie erst in 5 Jahren darauf zugreifen können? In der Deflation geht Ihre Bank bankrott und in der Inflation ist Ihr Geld entwertet, bis Sie es wieder erhalten.

Also Grundsatz: Liquidität und Verfügbarkeit der Geldanlage geht vor Rendite!

Ein weiterer oft übersehener Punkt kommt dazu: Je höher die Rendite, um so höher auch das Risiko! Viele Anleger sind heute Renditen von bis zu 20 Prozent gewohnt. Sorglos wird in Schwellenländer oder Technologiefonds investiert nur immer mit Blick auf die hohe Rendite. Kaum jemand fragt, warum die Rendite überhaupt so hoch ist. Sie ist deshalb so hoch, weil zum Zins ein hoher Risikozuschlag kommt. Bei normaler Rendite würde gar niemand in solch riskanten Bereichen investieren, darum hat man es nötig, mit "Superrenditen" zu locken. Gerade in den letzten Jahren mußten dabei zunehmend Anleger erkennen, daß die "Superrendite" oft mit einem Totalverlust bezahlt werden mußte. Eine Verzinsung, höher als normal, sollte deshalb schon zur Vorsicht mahnen.
Beliebt wurden in letzter Zeit auch Auslandsanlagen, weil hier wieder hohe Renditen versprochen wurden. Vergessen wird dabei jedoch, daß man weder Einfluß auf das jeweilige Land hat, noch die dortigen Verhältnisse komplett durchschauen kann. Was ist, wenn beispielsweise die Türkei Bankrott anmeldet, zuerst die Rückzahlung Ihrer türkischen Anleihen entgegen den Vereinbarungen verlängert und am Ende gar nicht mehr zahlt? In einer weltweiten Schuldenkrise, wenn jedes Land nur noch die eigenen Verhältnisse berücksichtigt, gehen solche Anlageformen als erstes verloren. Das bedeutet, daß eine Geldanlage auch geographisch immer erreichbar sein muß. Was machen Sie, wenn aus der Türkei keine Überweisungen mehr möglich sind? Dann muß das Anlageland so nah sein, daß man es relativ einfach erreichen kann.
Nochmals die wichtigsten Regeln für die Geldanlage vor einer Schuldenkrise:
Keine Schulden!!!
Kurzfristige Anlageformen, ständig verfügbar
Keine riskanten, hochverzinsten Geldanlagen - je höher die Rendite, um so größer das Risiko
Liquidität (= schnelle Verfügbarkeit) geht vor Rendite
Das Geld muß sowohl zeitlich, als auch geographisch immer zu erreichen sein
Wer viel Geld besitzt, kann mit einem Teil davon Risiken eingehen, als Kleinsparer sollten Sie allerdings mehr darauf achten, daß Ihr sauer Erspartes nicht verloren geht. Streuen Sie deshalb Ihr Geld und investieren Sie beispielsweise in Geldmarktkonten, bei denen Sie täglich auf Ihr Erspartes zugreifen können. Am besten ist es, diese Konten bei verschiedenen Banken zu führen.

Der Erwerb von Immobilien oder Grundstücken lohnt sich indes nur, wenn Sie sich nicht verschulden müssen und diese auch selbst nutzen. Beim heutigen überspekulierten Preisniveau auf diesem Sektor lohnt sich eine vermietete Immobilie kaum. Bereits seit einigen Jahren steigen diese Werte kaum noch und werden in der Krise, wegen steigenden Zwangsverkäufe überschuldeter Hausbesitzer, drastisch zu fallen beginnen. In der Weltwirtschaftskrise der dreißiger Jahre verfielen Immobilienwerte beispielweise innerhalb weniger Jahre um nahezu 90 Prozent.
Retten Sie Ihr Geld
Für Sie ist es in diesem Umfeld wichtig Ihr Vermögen abzusichern, um unsicheren Marktumfeld als Gewinner dazustehen. Dies ist nur dann möglich, wenn Sie über fundiertes Hintergrundwissen verfügen und die kommende Entwicklung einschätzen können.


Gefahren durch Schulden

Verschuldung bedeutet Verlust der Freiheit!
Die wenigsten sind sich darüber im klaren, wie lange eine eingegangene Kreditverpflichtung den Schuldner bindet und wieviel mehr er letztlich mit Zins und Zinseszins zurückzahlen muß, als er geliehen hatte. Angenommen, Sie hätten für eine Immobilie einen Hypothekenkredit von 300000 Euro zu 6% im Jahr genommen. Dann müßten Sie dreißig Jahre lang, jedes Jahr (bei einer Tilgung von 1,265%) 21795 Euro zurückzahlen. Allein an Zins würden Sie komplett 353840 Euro in den dreißig Jahren zahlen.
Das bedeutet, für diesen Kredit müßten Sie mehr als den doppelten, ausgeliehenen Betrag zurückzahlen. Im Fall einer Krise, unter den besprochenen Szenarien, würde Ihre Verschuldung einen großen Verlust von Freiheit bedeuten. Sie sind dann auf das Wohlwollen des Gläubigers angewiesen und können keinen eigenen Krisenplan entwerfen.
Schulden in der Deflation
In einer deflationären Phase sinkt Ihr persönliches Einkommen schnell, Ihr Kredit muß jedoch weiter in gleichbleibender Höhe bedient werden. Innerhalb kurzer Zeit können Sie dann möglicherweise den Kredit nicht mehr vorschriftsmäßig bedienen, es kommt zur Zwangsvollstreckung. Doch auch wenn Sie Ihre Verpflichtung weiter erfüllen, besteht Gefahr durch die Schuldverpflichtung. Das meist unterschätzte Risiko der Verschuldung liegt hier für Sie darin, daß die als Sicherheit für die Banken eingetragenen Vermögenswerte in der Deflation rasch an Wert verlieren. Die Bank für internationalen Zahlungsausgleich wies bereits darauf hin, daß sich ein anhaltend sinkendes Preisniveau als gravierendes Problem für die Banken erweisen könnte, wenn die Kreditsicherheiten an Wert verlieren. Die Banken wären dann gezwungen, ihre Kreditpolitik zu verschärfen. Die Kreditinstitute werden, um ihre Zahlungsfähigkeit und die Entstehung "fauler", also ungedeckter Kredite zu verhindern, schnell von der Zwangsversteigerung Gebrauch machen. Da viele Pfandobjekte in der Krise verkauft werden, sinken die Preise drastisch. Bei einer Zwangsversteigerung wird deshalb Ihre Kreditsicherheit weit unter dem heutigen Preis verkauft. Sie haben dann beispielsweise Ihr Haus verloren, bleiben jedoch, da der Verkaufspreis nicht den Kredit abdecken konnte, weiter mit Schulden beladen zurück. Unter Umständen ist im Fall einer schweren Depression auch mit einer Verschärfung der Gesetzeslage zu rechnen, um Banken vor dem Zusammenbruch zu bewahren. Dies würde bedeuten, daß von der Zwangsvollstreckung schneller, als heute üblich Gebrauch gemacht würde. Jedoch wirkt sich nicht nur die Deflation auf Sie als den Schuldner ungünstig aus, sondern auch die Inflation führt schnell zu untragbaren Bedingungen.
Schulden in der Inflation
Die meisten Menschen verfallen der Annahme, daß eine Inflation ihre Schulden entwerten würde. Jedoch gilt dies allenfalls im seltenen Fall einer Hyperinflation. Bei einer normalen Inflation erhöht sich durch den preistreibenden Effekt der Kreditzins, weil der Geldverleiher die zu erwartende Preissteigerungsrate auf den Zins aufschlägt, um nach Rückzahlung der Schuld nicht weniger Kaufkraft als ausgeliehen zurück zu bekommen. Angenommen, Sie hätten sich mit 100000 Euro bei 5% Jahreszins und 0% Inflation verschuldet, dann bedeutet dies eine Zinslast von 5000 Euro im Jahr. Steigt nun die Inflation plötzlich um 5 Prozentpunkte an, so steigt der Kreditzins auf 10% (5% Zins + 5% Inflation). Ihre Zinslast verdoppelt sich damit auf 10000 Euro im Jahr. Wenn Sie nun noch einen Inflationsausgleich beim Lohn von 5% bekommen, so bedeutet dies bei einem Durchschnittslohn von 40000 Euro netto im Jahr einen Inflationsausgleich von nur 2000 Euro. Durch die Erhöhung der Preissteigerung müssen Sie also effektiv 3000 Euro mehr Zinslast tragen als ohne Inflation. Dies bedeutet, daß eine steigende Inflationsrate für Sie genauso schnell den Ruin bedeuten kann wie eine Deflation. Verschuldung lohnt sich also, egal von welchem Szenario man ausgeht, für Sie kaum. Das Risiko durch die Schulden ist allerdings beträchtlich. Die rechtliche Lage sieht für Sie als Schuldner auch schlecht aus: Werden die Verpflichtungen schon heute nicht mehr pünktlich bedient, können die Gläubiger 30 Jahre aus Ihrem künftigen Einkommen vollstrecken. Mit der Aufnahme in das Schuldnerverzeichnis verlieren Sie außerdem die Kreditwürdigkeit und den Schutz vor unzulässiger Weitergabe persönlicher Daten.

Weitere Hintergrundinfos und Tips auch in den Grundlagen-Büchern

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