ISBN
3-930219-34-4 Gebunden;
320 S. Der Augenöffner! Den breiten Horizont zu unserem Finanzsystem und wohin es sich entwickelt, vermittelt "Börsenkrach und Weltwirtschaftskrise". Dabei ist es erstaunlich, wie der Autor die Entwicklung auf den Punkt bringt. Die Aktienmärkte jagten von Rekord zu Rekord. Es entstand der Eindruck, daß jeder spielend ohne Arbeit reich werden kann. Dieses Buch wird Ihnen die Augen öffnen: Wir stehen vor dem größten Börsenkrach den die Welt je gesehen hat. Unser Geldsystem wird an seinen inneren Widersprüchen zerbrechen. »Er hat so recht, es tut richtig weh!« Für die meisten Menschen ist unser Geldsystem eine gegebene Größe, über das man sich keine weiteren Gedanken zu machen braucht. Wer jedoch den Funktionsmechanismen auf die Spur kommt, erkennt schnell, daß der Zinskapitalismus auf ständige Expansion angewiesen ist. Da es aber in einer endlichen Welt kein unendliches Wachstum geben kann, ist das System zum Scheitern verurteilt. Weil die Politiker und die Hochfinanz mit ihren internationalen Machtkartellen alles daran setzen, die Stunde der Wahrheit so lange wie möglich hinauszuzögern, bläht sich das System immer mehr auf. Die Umverteilung des Kapitals von Arm nach Reich geschieht immer schneller. Doch die Finanzblase wird platzen. Wir stehen unmittelbar vor der größten Weltwirtschaftskrise, die die Erde je gesehen hat. Sie wird für die meisten zu unbeschreiblicher Armut und Elend führen, am Ende sogar zu einem neuen Weltkrieg. Diesem Desaster der Währungssysteme und dem Zusammenbruch aller Börsen wird sich niemand entziehen können. Mit marktschreierischen Untergangsvisionen hat Hannich trotz dieser mehr als beunruhigenden Feststellungen nichts im Sinn. Seine Analysen sind präzise und fundiert. Sie münden in konkrete Strategien und entbehren nicht einer bestechenden Logik. Anhand von Beispielen aus der Geschichte zeigt Hannich, daß es nicht so weit kommen muß. Eine stabile Wirtschafts- und Geldordnung ist möglich! Dadurch ist dieses Buch Orientierung für Jedermann und eine Herausforderung an die Flexibilität und Phantasie von Politikern und Managern. Inhaltsverzeichnis Vorwort Unsere Weltordnung gilt heute offiziell als sicher und als große Errungenschaft aus den Fehlern der Geschichte. Nach dem Scheitern des Kommunismus und dem Ende der Ost-West Konfrontation scheinen keine Alternativen zum kapitalistischen System mehr denkbar zu sein. Diese sogenannte "Beste aller Welten" zeichnet sich nach Meinung der Verantwortlichen durch stetiges Wirtschaftswachstum und Stabilität aus, was langfristig allen Menschen der Welt zu einer glücklichen Zukunft in friedlicher Umgebung verhelfen soll. Was die Medien in diesem Zusammenhang gerne vergessen, sind die Hintergründe des Systems. Wer jedoch diesen Funktionsmechanismen auf die Spur gekommen ist, erkennt, daß unsere Geldordnung den entscheidenden Faktor in der Menschheitsentwicklung darstellt. Der Kapitalismus ist dabei auf ständige Expansion angewiesen, anderenfalls kommt es zum schnellen Zerfall. Wie ein Krebsgeschwür muß das Finanzsystem immer größere Teile der Gesellschaft vereinnahmen, um selbst am Leben zu bleiben. Da jedoch in einer endlichen Welt kein unendliches Wachstum möglich ist, muß die Gesellschaft wie wir sie kennen, zum Zusammenbruch verurteilt sein, solange die Zerstörungsmechanismen nicht beseitigt sind. Alle großen Kulturen sind bisher am falschen Geldsystem zugrunde gegangen und es gibt keinen Grund, warum heute die Entwicklung anders verlaufen sollte. Viele Leser werden beim Studium dieses Buches erschrecken, wenn ihnen klar wird, daß die scheinbar vorhandenen Sicherheiten überhaupt nicht existieren. Aus logischen Zusammenhängen wird ihnen klar, daß unser System letztlich für die meisten zu unerträglichen Zuständen wie Armut und Elend führen muß, am Ende unter Umständen sogar zu einem neuen Weltkrieg. Durch die technischen Errungenschaften steht damit die Menschheit erstmals vor dem Abgrund, in welchen sie durch ein fehlerhaftes Kapitalsystem zu stürzen droht. Besonders erstaunlich ist es, daß die Verantwortlichen nicht versuchen, den Zerfall aufzuhalten. Im Gegenteil: Diese verschärfen die Lage sogar noch durch falsche Entscheidungen und Inkompetenz. Die Angst vor einer drohenden Wirtschaftskrise sitzt den Entscheidungsträgern offenbar so tief in den Knochen, daß sie keine Mühen und Kosten scheuen, beispielsweise einen effizienten Überwachungsapparat aufzubauen, um die Bevölkerung, welche sie eigentlich vertreten und schützen sollten, zunehmend zu kontrollieren. Damit laufen scheinbar gezielte Vorbereitungen auf einen Crash ab, in dem die Bevölkerung weitgehend enteignet werden wird. Erstaunlicherweise stehen die meisten Menschen dem Geschehen völlig tatenlos gegenüber und haben jede Hoffnung auf eine Besserung der Lage aufgegeben. Sie verhalten sich wie der Gefangene im Kerker, der sich mit seiner Unfreiheit abfindet. Er wird nie die Freiheit finden, selbst wenn alle Türen offen stehen würden, weil er nie darauf vorbereitet war. Hingegen wird der frei werden, der sich mit den Hintergründen beschäftigt hat und die Gelegenheit ausnutzt. Deshalb ist der Leser dazu aufgerufen, die Zusammenhänge mit wachen Augen zu betrachten und nicht den Kopf in den Sand zu stecken. Nur so kann der Ablauf der Geschehnisse beeinflußt und geändert werden. ... "Langsam,
aber unvermeidlich, bricht das alte Finanzwesen unter dem Gewicht
der neuzeitlichen Lebensbedingungen und der besseren Erziehung des
Volkes zusammen. Je früher es zerfällt, um so besser, um
so eher ist der Weg frei für eine bessere, modernere Technik,
um so schneller werden sich die Menschen vertragen, und es wird
endlich Friede sein auf der Welt". Ein Bankier klagt den Kapitalismus an Vincent
Vickers richtete kurz vor seinem Tod besonders scharfe Worte gegen
das kapitalistische Finanzsystem: "Lassen Sie uns die
Wahrheit erkennen. Das Menschengeschlecht leidet doch nicht unter
unvermeidlichen, unabänderlichen Verhältnissen, über
die es keine Macht hätte, sondern unter den Auswirkungen
jener unehrlichen Einrichtungen, die von Menschen erfunden und
vorsätzlich geschaffen wurden." An diesen schlechten
Verhältnissen hat auch die Wissenschaft ihren Anteil: "Diese
Fachleute haben hoffnungslos versagt. Was not tut, das ist eben
etwas weniger Wissenschaft und ein wenig mehr gesunder
Menschenverstand". Daß die Ursachen der Mißstände
einfach sind und von jedem durchschnittlichen Menschen
nachvollzogen werden können, betonte Vickers ebenfalls:
"Soweit wir dazu im Stande sind, müssen wir unseren
Mitmenschen helfen, das Wichtige zu verstehen. Das können wir
unbesorgt tun, denn das, was da mißverstanden werden sollte,
wird nicht wesentlich sein, es wird sich verlieren und wieder
vergessen werden, während das Richtige daran sich schon
durchsetzen wird". Die Ursachen des Krieges erkannte der
Banker ebenfalls in den Verhältnissen und nicht im Wesen des
Menschen, wie viele auch heute noch irrtümlich glauben: "Denn
wo Zufriedenheit ist, kann es keinen Krieg geben, wo aber
Unzufriedenheit ist, da werden auch Krieg und Kriegsgefahr
bestehen bleiben". Besonders seinen Kollegen, den Bankiers
warf Vickers Inkompetenz und Falschheit vor: "Der Ausdruck
"Gesunde Finanzen" ist seinem Wesen nach eine Erfindung
der Bankiers und Kreditgeber. Er bedeutet starres Festhalten an
überlieferten Verhältnissen ... Zum Nachteil des
geldbedürftigen Kreditnehmers begünstigt dies System
natürlich den Reichen... Bei Gefahr jedoch sind diese
Vertreter "Gesunder Finanzen" die ersten im
Rettungsboot, sie sind die ersten, die das sinkende Schiff
verlassen, aber die letzten, wenn es gilt, Männer für
den Dienst an den Rettungspumpen zu stellen. Der Begriff schließt
auch die Weigerung in sich, zu verstehen, daß das Geld
ausschließlich ein Mittel sein sollte, eine gerechte
Tauschwirtschaft zu ermöglichen und daß es in
Wirklichkeit so etwas wie "Gesunde Finanzen" nicht geben
kann, solange eben dieser ganze Wirtschaftszustand ungesund ist".
Dabei ist heute wie damals das Finanzwesen nicht das Hilfsmittel
für die Wirtschaft, sondern es ist umgekehrt, daß die
gesamten Produktivkräfte nur dazu da sind, dem Kapitalsystem
zu dienen: "Die Finanzindustrie, die Börsenbankiers und
die Börse werden durch dieses Auf und Ab der Wirtschaft
reich, ja sie sind zum großen Teil sogar auf dieses
Wechselspiel der Konjunkturen und die Veränderung des
Warenpreisniveaus angewiesen, um daran zu profitieren. Die
produktive Industrie hingegen kann nur bei stabilem Markt, bei
unveränderlichem Preisstand und nur dann auch gedeihen, wenn
heftige Konjunkturschwankungen unmöglich sind". Das
Kapitalwesen hat nach Vickers nur den einzigen Willen, die ganze
Welt möglichst hoch zu verschulden: "Je größer
die Verschuldung des Volkes, um so größer ist der
Profit der Geldverleiher, und auf die selbe Weise der Geldmarkt
der Welt.... Die Geldverleiher sind zu ihrem Gedeihen fast
ausschließlich auf die Verschuldung anderer angewiesen. ...
Das Schlagwort der Geldverleiher ist stets: "Der da hat, dem
wird auch gegeben werden". Klar stellte der Leiter der Bank
von England heraus, daß die Finanzindustrie völlig
unproduktiv ist: "Alle diese Aktienhändler, diese
Börsenmakler und Jobber, diese Geld- und Goldspekulanten,
Geldverleiher, Anleihe-Emissionäre, alle diese Banken und
Versicherungsgesellschaften schaffen überhaupt nichts. Sie
sind die Drohnen unserer Volksgemeinschaft. Sie leben
ausschließlich und sind abhängig von dem Honig, den
andere sammeln. Sie leben auf Kosten des schaffenden Volkes".
Die einzige Änderung der Verhältnisse wäre ein
neues Geldsystem: "Das Geld muß aufhören zu sein,
was es heute ist: ein ständiger Entzündungsherd, ein
Hindernis auf dem Wege zum Fortschritt der Weltwirtschaft, eine
Behinderung der Glückseligkeit der Menschen und ihres
Strebens nach einem dauernden Frieden unter den Völkern. ...
Das Wohlbefinden und der Wohlstand des einzelnen Menschen, das
Glück der Volksgemeinschaft, die Zufriedenheit des ganzen
Volkes und der Friede der Welt sind hauptsächlich, wenn nicht
gänzlich und allein, ein Geldproblem". Einzige
Möglichkeit der Lösung wäre es, ein Geld zu
schaffen, welches immer in Zirkulation ist und damit nicht als
Machtinstrument mißbraucht werden kann: "Das Kriterium
der Wirtschaft ist die Zirkulation. Diese aber spielt sich auf dem
Rücken des Geldes ab und ist mit diesem identisch". Heute meinen die meisten Menschen, daß Ausbeutung und Leibeigenschaft ein Relikt aus früheren Tagen darstellt. Wenig bekannt ist, daß gerade unser Zinskapitalismus die perfekte Ausbeutung des Großteils der Bevölkerung ermöglicht. Da Geld gleich Macht bedeutet, können die Reichen letztlich über die juristischen Bedingungen entscheiden, unter denen die Untergebenen zu leben haben. Unser Vertragsrecht hat etwa ihre Grundlage in normierten Arbeitsordnungen aus der Feudalzeit. Der einzelne hat auch heute nur die Freiheit beispielsweise den Arbeitsvertrag zu unterschreiben oder nicht. Dabei war die alte Ausbeutung wesentlich durchschaubarer, während das Zinssystem alles schleichend ablaufen läßt, ohne daß die Bürger wissen, warum es ihnen immer schlechter geht. In früherer Zeit war es ganz deutlich, wer und aus welchem Grund jemand andere ausnutzte. Wenn ein Fürst seine Untertanen zum Frondienst verpflichtete, war für die Geknechteten der Vorgang völlig offen durchschaubar. Das System damals hatte jedoch für den Kapitalisten den Nachteil, daß man die Menschen nur mit Gewalt zur Arbeit antreiben konnte. Wer jedoch unter offenem Zwang steht, leistet nur das Minimum - sobald der Aufseher wegschaute, ließ sofort die Arbeitsleistung nach. Die Ausbeutung im Zinskapitalismus geschieht viel raffinierter: Wenige Geldbesitzer halten den Menschen das wichtige Tauschmittel vor und geben dieses erst in Umlauf, wenn Zins gezahlt wird. Jedes Jahr müssen nun die Bürger Zinsen an die Geldverleiher bezahlen, da diese anderenfalls das Tauschmittel einziehen und die Wirtschaft zusammenbrechen lassen. Dabei muß das einzelne Individuum nicht einmal kontrolliert, oder durch Zwang zur Arbeit angetrieben werden, da jedem gar keine andere Möglichkeit bleibt als die Zinslasten zu tragen, möchte er nicht untergehen. Die Zinsbelastung in der Bevölkerung erfaßt zuerst nur den unteren Anteil, die ärmsten, später die Mittelschicht, am Ende sogar die Wohlhabenden. In der Bevölkerung kommt es zu einem Konkurrenzdruck um die besten Plätze im System, niemand möchte zuerst scheitern. Durch diesen ruinösen Wettbewerb ist jeder Marktteilnehmer dazu gezwungen, die maximale Leistung zu erbringen, ohne daß äußerer Druck der Nutznießer notwendig wäre. Doch die Situation muß sich immer weiter verschärfen: Durch die Zinseszinsrechnung bleiben die Kapitalkosten nicht konstant, sondern steigen mit zunehmender Zeit immer schneller an. Wie sich die Schulden und damit die Zinskosten letztlich auf die Marktteilnehmer Staat, Unternehmen und Privathaushalte verteilen ist gleichgültig, da indirekt die ganze Bevölkerung den ganzen explodierenden Schuldenberg bedienen muß. Die Ausbeutung des einzelnen geschieht in erster Linie durch die Zinslasten des Staates, der Unternehmer, der Privathaushalte und indirekter Zinslasten. Dabei ist die Ausbeutung durch unseren Staat am deutlichsten sichtbar. ... Szenario 1: Der Überwachungsstaat schlägt zu Der Ausbau des Überwachungsstaates wurde gegen Ende des 20. Jahrhunderts von den Machthabern weltweit intensiviert. Die Bevölkerung schaute dem Geschehen unkritisch zu, da doch die offiziellen Erklärungen so einleuchtend waren: Es wurde erklärt, daß mehr Kontrolle nötig sei, um endlich die Verbrecher, vor allem die organisierte Kriminalität auszurotten. Dabei wurden Einzelfälle, wie Kinderentführungen, mediengerecht der Bevölkerung präsentiert, um den unbedingten Nutzen von mehr Kontrolle zu demonstrieren. In guten Glauben dachten die meisten tatsächlich, daß "wer ein anständiger Bürger ist, nichts zu befürchten" habe. Dies änderte sich schlagartig, als eine Wirtschaftskrise andere Umstände herstellte. Diese Krise begann dadurch, daß ein Unternehmen in den USA zugeben mußte, jahrelang die Bilanzen gefälscht zu haben. Die Aktien der Firma sackten daraufhin rapide ab. Plötzlich schauten sich die Anleger die Börsenwerte etwas genauer an. Es wurde entdeckt, daß es in Amerika nie einen "Aufschwung" gegeben hatte und dieser nur durch manipulierte Statistiken der Welt vorgegaukelt wurde. Auf einen Schlag waren Aktien nicht mehr interessant und wurden massiv abgestoßen - die Preise purzelten um über 90%. Mit dem Aktiencrash war eine Kapitalflucht aus den USA verbunden, weil niemand mehr Interesse hatte dort zu investieren und nur sein Geld in Sicherheit wissen wollte. Durch den Abzug von Geld kam der US-Dollar unter Druck und notierte bald unter 1 DM pro Dollar. Um die Kapitalflucht abzubremsen erhöhte die amerikanische Nationalbank die Leitzinsen bis auf 30%. Dadurch brach die hochverschuldete Wirtschaft in den USA zusammen, weil sie die Kredite nicht mehr bedienen konnte. Durch rückgängige Unternehmensgewinne jedoch mußten die Aktien weiter fallen. Wegen der gefallenen Wertpapierkurse kamen wiederum die Privathaushalte unter Druck, weil plötzlich ihr Aktienvermögen nichts mehr wert war. Fatalerweise hatten die meisten Privatleute in den scheinbaren "Boomjahren" ihre Ersparnisse aufgelöst und sogar Kredite aufgenommen, um Aktien zu kaufen. Die Schulden mußten nun hochverzinst abgezahlt werden, was viele Bürger unter Druck brachte und sie zwang, Realgüter wie Immobilien zu verkaufen. Weil dies jedoch in großem Stil geschah, verfielen die Preise rapide. Außerdem waren die Unternehmen dem gleichen Druck ausgesetzt und versuchten durch Preissenkungen im ruinösen Wettbewerb bestehen zu können. Weil jedoch die Bevölkerung den Konsum einschränkte, da sie entweder bankrott war, oder nach dem Crash kaum noch Vermögen besaß, kamen die Betriebe erneut unter Zugzwang, weil der Absatz zurück ging. Deshalb mußten Arbeitskräfte entlassen werden. Dadurch wiederum sank die Kaufkraft der Bürger weiter, was neue Unternehmenspleiten bewirkte. Auch die Banken waren in dieser Situation in der Klemme: Durch bankrotte Betriebe und Privathaushalte war ein Großteil der Schulden, trotz Enteignung der Schuldner, nicht mehr einbringbar. Gleichzeitig zogen die Anleger ihr Vermögen von der Bank ab, welche das Kapital nicht mehr auszahlen konnte und die Türen schließen mußte. Durch diese Bankenpleiten verloren die meisten Menschen noch den Rest ihres Vermögens. Doch wirkte die Krise nicht nur in Amerika, sondern breitet sich über die ganze Welt aus. Durch den stark gefallenen Dollarkurs kam zum Beispiel das exportabhängige Europa unter Druck und versank in der gleichen deflationären Abwärtsspirale, wie die USA. In dieser Situation faßte die Europäische Zentralbank einen fatalen Entschluß. Der Euro - das Ende von Europa Von der EZB wurde erklärt, daß die kräftigen Wechselkursbewegungen in Europa nur durch eine sofortige Einführung von Euro-Bargeld stabilisiert werden könnten. Dazu wurden die schon seit langem bereitgestellten Euro-Banknoten benutzt. Wie schon vor dem Zusammenbruch geplant, wurde die Verteilung des Euros mit militärischen Mitteln unterstützt. Für den Umtausch setzte die EZB nur 5 Tage an, wobei pro Person maximal 5000 DM umgetauscht werden durften. Durch diese Maßnahme enteignete man die Bevölkerung noch weiter, da das noch vorhandene Barvermögen reduziert wurde. Unruhen hielt man in dieser Phase durch das Militär nieder. Die Einführung der Einheitswährung hatte jedoch fatale Konsequenzen: Das Geld zog sich sofort aus den wirtschaftlich schwächeren Regionen in Europa zurück, die Bevölkerung dort war damit zur Auswanderung in die produktiveren Gebiete gezwungen. Hier kam es zu einem gnadenlosen Konkurrenzkampf mit den dortigen Arbeitskräften, die wegen des deflationären Verfalls ohnehin kaum noch Lohn erhielten. Die Streitigkeiten wurden in allen Bereichen immer größer und so entschlossen sich die Regierungen, das Militär der Euro-Einführung zu einer Dauereinrichtung zu machen. Der Schnüffelstaat zeigt sein wahres Gesicht Es wurden Gesetze erlassen, welche eine Kritik am Euro und vor allem am Kapitalismus unter hohe Strafen stellten. Sehr entgegen kam den Regierenden nun die perfekt ausgebaute Überwachungs-Infrastruktur. Dank breiter Telefon- und Videoüberwachung konnten Systemkritiker schnell ausfindig und "unschädlich" gemacht werden. Die Beweglichkeit der Einwohner war ohnehin durch hohe Benzinpreise eingeschränkt, doch wollten die Machthaber auf jeden Fall über den ständigen Aufenthaltsort jedes Bürgers informiert sein, da jeder Einwohner ein potentieller Regimegegner darstellen könnte. Durch ein großangelegtes Programm wurde die zwangsweise Implantation von lokalisierbaren Chips beschlossen. Wer sich weigerte, wurde unweigerlich in eigens dafür eingerichteten "Besserungslagern" vom Sinn der Maßnahme "überzeugt". Durch die Chips wurden auch alle Zahlungsvorgänge erledigt, da das Euro-Bargeld schnell wieder eingezogen wurde, als die Machthaber den Nachteil erkannten, daß sie über die anonymen Zahlungsvorgänge keine Kontrolle hatten. Wenn sich nun ein Bürger durch kritische Äußerungen verdächtig machte, reichte es meist, wenn sein Konto einige Tage gesperrt wurde, bis er wieder auf "Linie getrimmt" war.. Der Chip dient auch dazu, die "Wegesteuer" abzubuchen, was kein Problem darstellte, da jeder rund um die Uhr erfaßt wurde. Für besonders hartnäckige Kritiker hatten sich die Machthaber eine besondere Maßnahme einfallen lassen: Diese bekommen einen Chip ins Gehirn eingepflanzt, der "negative Gedanken" von vornherein ausblendet. Selbstverständlich werden alle Wohnungen und öffentlichen Plätze rund um die Uhr durch Mikrofone und Kameras automatisch überwacht. Erkennt der Computer systemfeindliche Äußerungen, greift sofort eine Sonderpolizei ein, die den Unmut im Keim erstickt. Dafür bewährte sich auch das vor dem Crash aufgebaute Mobilfunknetz, das es den Eingreiftruppen erlaubt, schnell Daten über mißliebige Personen von jedem Punkt aus an die Zentrale weiterzusenden. Nach dem Crash wurde auch schnell eine Arbeitspflicht eingeführt, welche besagte, daß jeder eine Arbeit von der Regierung zugewiesen bekommt. Erfüllt der Arbeiter nicht sein Leitungssoll, so wird dem mit Kontosperrung oder Besserungslager nachgeholfen. Ein Privatleben gibt es in diesem Staat praktisch nicht mehr. Es wurde sogar eingeführt, daß niemand mehr eigene Kinder haben darf, da die Nachkommen in künstlichen Gebärmuttern herangezogen und in staatlichen Heimen erzogen werden. Durch diese Maßnahme möchte die herrschende Schicht einmal die Überbevölkerung in den Griff bekommen und auch dafür sorgen, daß nur noch Menschen auf die Welt kommen, welche keinerlei Widerstand befürchten lassen. Selbstverständlich nennt sich auch dieser Staat noch "Demokratie" und die "Freiheit" ist sogar Verfassungsbestandteil. Ein Hauptpunkt in dieser Verfassung ist die Ausschaltung jeder Systemstörung, was nach Ansicht der Herrschenden nur durch lückenlose Kontrolle des Landes erreicht werden kann. Dabei wird das Mittelalter heute meist mit negativen Vorstellungen von Unterdrückung und Leibeigenschaft verbunden. Kaum jemand beachtet, daß diese Zeit in eine goldene und eine finstere Periode zu trennen ist. Dabei wird die goldene Zeit durch die Gotik dargestellt und kann mit dem Zeitraum von 1150 bis 1450 eingegrenzt werden. Zu Beginn des Mittelalters war es üblich, bei einem Herrscherwechsel die Münzen einzuziehen und neu zu prägen. Um 1150 begann Erzbischof Wichmann (1110-1192) aus Magdeburg damit, Münzen herauszugeben, welche zweimal im Jahr zum Umtausch aufgerufen wurden. Ziel war es, die Steuern einfach und regelmäßig einzutreiben. Dabei wurden 12 alte Pfennige gegen 9 neue ausgetauscht, die Differenz war Steuer. Um die Münzen schnell und ohne viel Aufwand wieder einschmelzen und umprägen zu können, waren sie nur einseitig geprägt und aus dünnem Blech, daher ihr Name "Brakteaten" (bractes = dünnes Blech). Bald schon breitete sich diese Methode über das ganze Land aus. Das führte dazu, daß sich Geldhortung nicht mehr lohnte. Um dem nächsten Umtausch zu entgehen, wurde Geld zinslos weiterverliehen, da nur der Besitzer der Münzen die Umtauschgebühr zahlen mußte. Damit war Geld wieder reines Tauschmittel, nicht mehr Schatzmittel. Das Ergebnis war die größte Entwicklungsperiode der deutschen Geschichte. Damals waren die sozialen Unterschiede so ausgeglichen wie nie mehr im historischen Verlauf. Wer viel hatte, erwarb den Wohlstand durch Arbeit, nicht durch leistungslose Zinsen. Das Minimum der arbeitsfreien Tage pro Jahr lag bei 90, oftmals über 150. Sehr bald wurde auch der Montag als arbeitsfrei eingeführt, damit mußten die Handwerker nur 4 Tage in der Woche arbeiten. Noch am Ausgang dieses Zeitalters, um 1450, konnte Erzbischof Antonin von Florenz es als selbstverständlich bezeichnen, daß für die Gewinnung des notwendigen Lebensunterhaltes eine kurze Arbeitszeit genüge und daß nur derjenige lange und viel arbeiten müsse, der nach Reichtum und Überfluß strebe. Die tägliche Arbeitszeit war z.B. bei Bergwerksknappen in Freiburg auf 6 Stunden begrenzt. Auch auf dem Land war die Ausbeutung zurückgedrängt, weil der geknechtete Bauer die Möglichkeit hatte, in den schnell wachsenden Städten einem Handwerk nachzugehen. Das Einkommen war so hoch, daß sich etwa in Augsburg ein Tagelöhner mit seinem täglichen Verdienst 5-6 Pfund des teuersten Fleisches leisten konnte. In Meißen mußten jedem Maurergesellen wöchentlich 5 Groschen Badegeld gegeben werden, in einer Zeit, in der ein einziger Scheffel Korn 6 Groschen und 5 Pfennige kostete. Der sächsische Scheffel faßte 103,8l. Deutlich geht aus diesen Beschreibungen hervor, daß von einer Ausbeutung der Arbeitskraft und Leistungsdruck, wie oft behauptet, gar keine Rede sein kann. Dabei lebte der Mensch damals nicht um zu arbeiten, sondern er arbeitete um zu leben. Wie gewaltig dieser wirtschaftliche Aufschwung gewesen sein muß, zeigt die Entwicklung der Städte in Deutschland (Abb. 30). Abb. 30: Städteneugründungen in der Geschichte Um 1300
wurde ein Höhepunkt der Städteneugründungen, als
Maß für die wirtschaftliche Entwicklung, erreicht,
welcher in der ganzen Geschichte vor und nach dieser Zeit nie mehr
erreicht wurde. In der Zeit von 1150-1450 wurden die großen
Dome und Kathedralen in Europa gebaut. Finanziert durch
freiwillige Spenden der Bürger. Allein schon hieraus wird
deutlich, wie zuversichtlich die Menschen damals gewesen sein
mußten. Wer spendet schon für ein Jahrhundertprojekt,
wenn er schon morgen nicht weiß ob er noch leben wird?
Immerhin wurde in dieser Zeit die größte Zahl von
Kulturdenkmälern im abendländischen Raum begründet.
Dabei muß auch beachtet werden, daß die Einwohnerzahl
von Deutschland damals viel geringer war als heute und es
trotzdem, durch ein optimales Wirtschaftssystem, möglich war
große Leistungen zu erbringen. Wie zuversichtlich die
Menschen damals sein mußten, zeigt die Tatsache, daß
die begonnenen Bauten viele Jahrzehnte oder Jahrhunderte zur
Fertigstellung benötigten. Das Beispiel zeigt, daß es
Konjunktureinbrüche oder Wirtschaftskrisen gar nicht gegeben
hat, da sonst solche Großprojekte nicht möglich gewesen
wären. Die Stadt Ulm begann beispielsweise im Jahr 1377
damit, einen Münster zu bauen, der die doppelte Einwohnerzahl
von damals 10000 Leuten fassen konnte. Interessant ist auch der
Lebenswandel damals. So berichtete eine Schrift: "Das
gewöhnliche Volk hat selten bei der Mittags- oder
Abendmahlzeit weniger als 4 Gerichte, zur Sommerszeit überdies
noch morgens als Frühstück Klöße mit in
Butter gebackenen Eiern und Käse; obendrein nehmen sie außer
dem Mittagsmahl noch des Nachmittags als Vesperbrot, sowie zum
Nachtessen Käse, Brot und Milch." Die Vorstellung vom
armseligen Hungergericht entspricht also keineswegs der Tatsache.
Genauso sind Bauernhochzeiten überliefert, in denen eine
Woche lang Überfluß herrschte. Der allgemeine Reichtum
zeigte sich auch an der Kleidung, so trugen die Bauern
Silberknöpfe und die Kleidung war insgesamt sehr farbenfroh.
Es gab berichte, nach denen es kaum eine Gaststätte in
Deutschland gab, in welcher man nicht aus Silbertellern zu essen
bekam. Auch eine Ausbeutung über Bodenrente wurde oftmals
dadurch verhindert, indem die festen Kosten der Stadtverteidigung
auf den Grundbesitz umgelegt wurden. So verfügte Worms, daß
jeder Bodeneigentümer "Wachtgeld" zu entrichten
habe. Die
Entwicklung unseres Finanzsystems läuft, wie gezeigt wurde,
auf einen Endpunkt zu. Durch den Zins kommt es zu einer
explodierenden Schuldenlast und auf der anderen Seite zur
entsprechenden Vermehrungen der Geldvermögen bei wenigen
Superreichen. Um die wachsenden Zinsforderungen erfüllen zu
können, wird der einzelne durch den Staat und am Arbeitsplatz
ausgebeutet. Die Globalisierung verschärft die Situation
zusätzlich, da nun ganze Nationen in einen rücksichtslosen
Verdrängungswettbewerb gezwungen werden. In diesem System
spielt die Sicherung der Lebensgrundlagen eine immer kleinere
Rolle, der Umweltschutz verkommt zum bloßen Schlagwort, da
Wachstum, zur Bedienung der Schulden, absoluten Vorrang erhält.
Auch die Kultur muß unter diesen Umständen verfallen,
was sich besonders in der Politik feststellen läßt. Die
Politik ist letztlich nur noch ein Erfüllungsgehilfe der
reichen Oberschicht und soll durch restriktive Maßnahmen die
Schuldenzahlungen der Bevölkerung sicherstellen. Durch die
Nähe der Regierenden zur reichen Klasse degenerieren diese
zunehmend und werden für Korruption zugänglich. Jeder
Bereich der Gesellschaft wird im Zinssystem zwangsläufig
pervertiert, die eigentlichen gesellschaftlichen Werte werden
entwertet, da nur noch die Rendite zählt. Schöpferische
Arbeit wird abfällig beurteilt, während leistungslose
Zinsgewinne in der Gesellschaft an Ansehen gewinnen. Dabei ist
dieses System allerdings von vornherein zum Zusammenbruch
verurteilt, weil die Zinslasten letztlich schneller wachsen, als
die reale Produktion und damit einen immer größeren
Teil der Wertschöpfung beanspruchen. Auf der anderen Seite
ermöglicht ein wachsendes Geldvermögen einer kleinen
Gruppe Superreicher schließlich, alle Geschicke des Landes
gezielt zu beeinflussen. Durch die Einführung der
Kunstwährung "Euro" hat sich die Herrschaft des
Kapitals drastisch verschärft. Die Währungskrisen der
letzten Jahre stellen in diesem Ablauf nur die ersten Vorzeichen
eines gewaltigen Zusammenbruchs dar. Dabei bereitet sich die
reiche Oberschicht offenbar gezielt auf einen solchen Schlag vor.
Der Aktienmarkt wird beispielsweise angeheizt, um einen großen
Teil der Bevölkerung zur Investition an der Börse zu
animieren. Das ermöglicht der privilegierten Klasse den
Ausstieg aus dem Aktienmarkt. Gleichzeitig werden die
Finanzzentren gebündelt, um im Crash das eigene Vermögen
zu sichern und eine effektive Umverteilung der Ersparnisse vom
Mittelstand zu den Superreichen zu bewerkstelligen. Auch für
die weitere Entwicklung nach dem Crash werden anscheinend
intensive Vorbereitungen getroffen, um die Entwicklung im Griff zu
behalten. So wird schon seit einiger Zeit ein effizientes
Überwachungsnetz aufgebaut, das es den Machthabern
ermöglichen würde, jeden Unmut in der Bevölkerung
gewaltsam zu unterdrücken. Es besteht die reale Gefahr, daß
unser System in einer Diktatur endet. Auch die Entwicklung eines
Weltkrieges ist nach dem wirtschaftlichen Zusammenbruch durchaus
vorstellbar. Da der finanzielle Niedergang weltweit erfolgen wird,
werden sich auch die Lebensumstände der Menschen drastisch
verschlechtern. Dadurch wächst die Gefahr, daß es in
allen Krisenregionen weltweit zu gewaltsamen Konflikten kommt. Für
Mitteleuropa stellt hier vor allem das große Waffenpotential
Rußlands ein nicht zu unterschätzendes Risiko dar. Es
ist durchaus denkbar, daß dieses Land nach einem völligen
Zerfall des Wirtschaftssystems keine andere Möglichkeit mehr
sieht, als eine Eroberung Mitteleuropas anzustreben. Fatalerweise
befindet sich unsere militärische Situation bereits vor der
Krise in katastrophalem Zustand und wird sich nach dem Crash noch
wesentlich weiter verschlechtern. Dabei müßte es gar
nicht so weit kommen, wenn die Menschen nicht immer den leeren
Versprechen der Mächtigen erliegen würden. Eine Behebung
der Fehler im Geldsystem wäre jederzeit durch eine
Währungsreform möglich. Dies setzt allerdings eine
aufgeklärte, an einer Besserung der Lage interessierte
Bevölkerung und eine verantwortliche Führung
voraus.
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