Sprengstoff Geld -
Wie das Kapitalsystem unser Welt zerstört

Inhaltsverzeichnis

Probekapitel

Rezensionen / Lesermeinungen

Bestellen













ISBN
3-9808522-0-2  Paperback; 128 S.
4. Auflage 2004
Jetzt überarbeitete und aktualisierte Neuauflage – Sonderpreis 7,90 Euro!
(Preis incl. MwSt, Innerhalb Deutschlands erfolgt der Versand an Endverbraucher ohne Versandkosten. Bei Zahlung auf Rechnung ins EU-Ausland wird pauschal 2,50 Euro Versandkosten berechnet.)

Der Klassiker!

Sprengstoff Geld ist das erste Buch des Autors und sagte bereits in der ersten Auflage die Rußland- und Brasilien-Krise voraus.

“Arbeitslosigkeit, Umweltzerstörung, Wirtschaftskrisen und die daraus entstehenden Ungerechtigkeiten sind keineswegs Zufall, sondern logische Folgen in der Endphase eines explodierenden Geldsystems. Die Geschichte zeigt deutlich, daß sich eine bessere Ordnung nur dann durchsetzen kann, wenn das alte System an seinen inneren Widerständen zerbrochen ist.”

Inhaltsverzeichnis:

Vorwort

Vorgeschichte: Ein Szenario

Wann kommt der Staatsbankrott?
Entwicklung der Staatsverschuldung
Systembedingte Ursache
Der Josephspfennig
Private Finanzierung von Staatsprojekten
Sparen als Lösung für die Staatswirtschaft?

Arbeitslosigkeit Schicksal oder Zinseffekt?

Lohnkosten und Verschuldung
Arbeitsmarkt, Zins und Wirtschaftswachstum
Staatliche Maßnahmen gegen Ausbeutung?
Was bedeutet "Globalisierung"?

Wo ist unser Geld geblieben?
Umverteilungsmechanismus
Wie läuft diese Umverteilung ab? 36
Verringerung der Gesamtverschuldung?
Wo zahlen wir Zinsen?
Zinslast auf die private Verschuldung
Verteilung auf Arbeit und Kapital
Wie verhält sich hier die Steuerpolitik?
Wohin führt die Entwicklung?

Umweltzerstörung durch Zinswachstumszwang

Warum Wirtschaftswachstum?
Wirtschaftswachstum und Umverteilung
Qualitatives Wachstum eine Lösung?
Verhinderte Umwelttechnik


Instabiles Finanzsystem - Europa
Stabilitätskriterien
Umtauschgebühren
Abschaffung freier Wechselkurse
Freie Wechselkurse verhindern Kapitalflucht
Chancengleichheit zwischen den Ländern
Konkurs der neuen Bundesländer
Konflikt Länderfinanzausgleich
Frieden und Handelsbilanzen
Die fatalen Folgen eines Festkurssystems
Erleichterung des Handels durch den Euro?
Was wird geschehen, wenn der Euro kommt?

Die Rentenversicherung als Kapitalismus?

Funktionsweise des Rentensystems
Generationenvertrag
Rentenauszahlung
Kapitalfinanzierte Rente - eine Alternative?
Vermögensverschiebung
Freiheitliches Alterssparmodell

Börsencrash, Deflation, Wirtschaftskrise

Entwicklung weltweiter Aktienmärkte
Ursachen der Börsenentwicklung
Wohin führt die Entwicklung?
Aktiencrash als Systemcrash
Inflation und Deflation
Die Weltwirtschaftskrise 1929
Die Wirtschaftskrise 1873
Die heutige Situation
Handlungsunfähigkeit der Notenbanken
Wohin führt eine Deflation?
Entwicklung zum Krieg

Lehren aus der Vergangenheit
Prof. Ruhland
Was erkannte Ruhland?
Realistische Verwertung der Erkenntnisse
Die Entstehung von Kriegen
Silvio Gesell
Zinsfreies Geld in der Geschichte
Das goldene Mittelalter
Die Wära
"Ulmer Wära
Wärawunder im Bayerischen Wald
Das Wunder von Wörgl

Zinsfreies Geld heute
Modelle für umlaufgesichertes Geld
Effiziente Steuerung der Geldmenge heute?
Inflation und umlaufgesichertes Geld
Ablösung durch Naturaltauschmittel?
Unterwanderung des zinsfreien Geldes?
Sparen bei zinsfreiem Geld
Außenhandel bei umlaufgesicherter Währung
Unternehmerische Freiheit
Übermäßige Kreditvergabe?
Buchgeld und Bargeld
Kriminalitätsbekämpfung
Unterbindung von Bodenspekulation

Zusammenfassung und Ausblick



Probekapitel: (alte Auflage)

Vorwort

Anfang 1998 erschien die erste Auflage von "Sprengstoff Geld", welcher nach einem Jahr die Zweite folgte. Seither war die Welt schon mehrmals kurz vor dem Zerbrechen des Weltfinanzsystems gestanden. So wird heute beispielsweise auch offiziell eingeräumt, daß nach der russischen Finanzkrise im Herbst 1998 das System vor "der Kernschmelze" gestanden habe, wie dies der Spekulant George Soros betonte. Beinahe wäre es, zur befürchteten deflationären Abwärtsspirale und dem Zerbrechen des Systems gekommen.
Heute haben sich die Aktienkurse erholt, niemand möchte mehr an eine Krisensituation erinnert werden. Auch die Experten tun alles, um die Bevölkerung zu beruhigen und in riskante Investitionen zu locken. Für den kritischen Betrachter ist jedoch klar, daß ein immer schneller sich aufblähendes System letztlich zusammenbrechen muß. Alle Ungleichgewichte in einem realen System korrigieren sich früher oder später. Je länger die Korrektur hinausgeschoben wird, umso schmerzlicher muß sie letztlich ausfallen. Da im historischen Verlauf jede Wirtschaftskrise die vorhergehende übertroffen hat, können diesmal die Auswirkungen eines Systemzusammenbruchs kaum überschätzt werden. Schon heute hat unser Kapitalsystem zu einer beispiellosen Armut weltweit geführt: Bereits ein Drittel der Menschheit sind mit der Armutskrankheit Tuberkulose infiziert, was zeigt, daß die offiziellen Verlautbarungen, welche von einer Abschaffung der Armut reden, nicht stimmen können. Leider erfüllt sich auch die Beschreibung von Le Bon, dem Begründer der Massenpsychologie, der schon vor 100 Jahren über den Untergang einer Gesellschaft schrieb:
"Gewohnt, jedes Joch zu tragen, kommen sie schließlich dahin, es aufzusuchen, und büßen zuletzt alle Ursprünglichkeit und Kraft ein. Sie sind nur noch wesenlose Schatten, Automaten, willenlos, ohne Widerstand und Kraft."
"Sprengstoff Geld" zeigt auf, daß die gesamte Entwicklung gesetzmäßig vor sich geht. Dabei spielt der Zins in unserem Wirtschaftssystem anfangs eine untergeordnete Rolle. Mit zunehmender Zeit gewinnt dieser Punkt jedoch immer mehr an Einfluß auf das Geschehen, bis er letztlich zum bestimmenden Faktor wird. In der Endphase eines Zinssystems wird das Geld, welches eigentlich nur eine vermittelnde

Funktion haben sollte, damit zum alles bestimmenden Wert. Alle anderen Werte verlieren in der Gesellschaft an Bedeutung, die Welt steht auf dem Kopf. Dabei verhält sich dieses Zinssystem wie Sprengstoff, an welchem die Zündschnur bereits brennt. Lange sieht man keine Wirkung, bis der Sprengsatz explodiert und die Umgebung in kürzester Zeit zerstört. Trügerisch ist es bei dieser Betrachtung anzunehmen, daß der noch vorhandene Wohlstand nicht gefährdet sei und genügend Zeit bliebe, die weiteren Vorgänge abzuwarten. Wer sich in diesem Buch mit dem System beschäftigt, wird feststellen, wie einfach die Vorgänge komplizierter wirtschaftlicher Entwicklungen beschrieben werden können, sobald der Zins als bestimmender Faktor zugrunde gelegt wird.
...

Die Rentenversicherung als Kapitalismus?

Das Rentensystem gilt bei uns als eine der größten Errungenschaften unseres Jahrhunderts, welche die Verteilungsprobleme des kapitalistischen Systems entschärfen sollte. Jedoch stellt sich die Frage, ob dies tatsächlich die effektivste Form der Altersabsicherung ist oder ob es nicht ein zum Scheitern verurteiltes System darstellt, welches die ungerechte Vermögensverteilung noch verschärft?
Schon seit längerem ist durch Medien und Politik zu erfahren, daß sich die Altersversorgung in der Krise befinde und nicht mehr auf Dauer überlebensfähig sei. Die Deutsche Bundesbank warnte bereits davor, daß künftige Generationen in Gefahr seien, unter der Abgabenlast zusammenzubrechen. Diesen Angaben zufolge, muß die heutige junge Generation erheblich mehr in das Renten- und Staatswesen einbezahlen, als sie je zurückbekommt (Abb. 22). So muß etwa ein im Jahr 1996 Zwanzigjähriger bei Fortsetzung der Entwicklung fast 600.000 DM mehr in das Staats- und Sozialsystem einzahlen, als er letztlich zurückerhält. Hier wird schon deutlich, daß das heutige Prinzip der Alterssicherung keine dauerhafte Lösung darstellen kann. In Zukunft ist sogar noch mit einer wesentlichen Verschärfung der Situation zu rechnen. So forderte die OECD, daß das Rentensystem mit einer Erhöhung des Rentenalters auf 70 Jahre, gleichzeitiger Anhebung der Sozialversicherungsbeiträge und Einschränkung der Rentenzahlungen gestützt werden müsse. Hier ist es vielleicht doch sinnvoller, das bisherige System einmal kritisch zu hinterfragen.

Funktionsweise des bisherigen Rentensystems

Unsere Altersversorgung beruht auf der Grundlage, daß viele junge Menschen mit ihren Beiträgen die Rente eines Alten bezahlen (Generationenvertrag). Früher funktionierte das Modell, weil ein Bevölkerungszuwachs zu verzeichnen war und das durchschnittlich erreichbare Alter geringer war als heute. Wenige Rentner konnten von vielen Beitragszahlern unterstützt werden. Seit Anfang der siebziger Jahre ist die Geburtenrate, verglichen mit den Sterbefällen, stark rückläufig gewesen und hat sich erst 1990 wieder gesteigert (Abb. 23).

Dies bedeutet, daß die Finanzierung der Rentenkasse bereits in Kürze versagen muß, da weniger jüngere Menschen mehr Rentnern den Unterhalt finanzieren müssen. Hier wird die Grundlage gelegt für künftige schwere Generationenprobleme, verursacht durch ein falsches Alterssicherungsmodell.

Wie soll auch einem heutigen Jugendlichen klar gemacht werden, daß er spätestens in 30 Jahren für einen Rentner komplett alleine aufzukommen hat? Manfred Neumann, Wirtschaftswissenschaftler der Universität Erlangen-Nürnberg betonte, daß der Beitragssatz auf 34% (1998 20,3%) bis 2040 steigen müsse, wenn nur ein stark reduziertes Rentenniveau von 50% gehalten werden soll. Andererseits ist ein Bevölkerungsrückgang in Deutschland dringend geboten. Würde man etwa die gesamte Erdbevölkerung nach Nordamerika schaffen, dann wäre die Bevölkerungsdichte immer noch kleiner als bei uns! Eine Reduzierung der Geburtenrate ist demzufolge durchaus wünschenswert.

Generationenvertrag als rechtliche Grundlage?

Wie von Politikern betont wird, beruht die Altersabsicherung auf dem "Generationenvertrag". Jedoch ist es rechtlich, wie auch praktisch unmöglich mit noch nicht lebenden Menschen Verträge abzuschließen, noch dazu ohne freiwillige Vereinbarung von beiden Seiten. Solche Art von "Generationsverträgen" sind deshalb rechtswidrig und von beiden Seiten nichtig. Zweifelhaft ist auch die Grundlage als Zwangsversicherung. Der Arbeitnehmer hat nicht die freie Wahl des für ihn günstigsten Angebotes, was bei anderen Versicherungen selbstverständlich ist, sondern seine Beiträge werden einfach vom Lohn abgezogen. Letztlich kommt dieses Verfahren einer Entmündigung des einzelnen gleich. Es wäre das gleiche Vorgehen, wie wenn jeder gezwungen wäre bei der teuersten Monopolversicherung Verträge abzuschließen! Die Menschen werden zwar für mündig befunden, sich beliebig hoch zu verschulden und alle Risiken bis zur Grenze auszureizen, jedoch wird einem Arbeitnehmer nicht die geistige Reife zuerkannt, für sein Alter vorzusorgen! Es wäre zu prüfen, ob hier gegen §2 des Grundgesetzes (Freiheit der Person) verstoßen wird, da die freie Wahl individueller Altersvorsorge durch zwangsweises Enteignen eines beträchtlichen Einkommensanteils verhindert wird. Fraglich ist auch, warum einem Selbständigen die Intelligenz zuerkannt wird seine Altersversorgung in die eigene Hand zu nehmen, dies jedoch dem Arbeiter, Angestellten und Akademiker versagt wird.


Rentenauszahlung

Häufig wird der Anteil ausgezahlter Alterssicherung weit überschätzt. Hier stellt sich die Frage, wie hoch überhaupt die heute ausgezahlten Renten sind (Abb. 24). 70% der Rentner (Arbeiter) bekommen weniger als 2.000 DM im Monat. 23% der Arbeiter müssen sich mit weniger als 1.000 DM Rente pro Monat begnügen und sind damit unterhalb der Armutsgrenze. Bei den Frauen (Arbeiter) sind derzeit sogar 77% Bezieher von weniger als 1.000 DM pro Monat. Die Rentenauszahlung der Angestellten liegt nur etwa 500 DM über denen der Arbeiter. Am großen Anteil von Niedrigrenten wird deutlich, daß unser heutiges Rentensystem seinem Anspruch nicht gerecht wird.
Wie unverhältnismäßig die Rentenauszahlung, im Vergleich zum eingezahlten Betrag ist, zeigt folgendes Beispiel: Eine Frau arbeitete seit 1958 fast 40 Jahre ganztägig, mit nur wenig Unterbrechungen. Der eingezahlte Rentenbeitrag summierte sich auf fast 550.000 DM. Die Bundesversicherungsanstalt teilte auf Anfrage mit, daß die zu erwartende Rente 1115 DM beträgt, abzüglich Eigenanteil zur Pflegeversicherung und Krankenkassenbeiträge. Erst mit über 100 Lebensjahren wäre der eingezahlte Beitrag als Rente ausgezahlt.

Kapitalfinanzierte Rente - eine Alternative?

Häufig wird als Alternative zum Beitragssystem die kapitalfinanzierte Rente vorgeschlagen. Man versteht darunter die Anlage der Beiträge auf dem Kapitalmarkt. Durch die eingezahlten Beträge und den ausgeschütteten Zinsen soll die Rente finanziert werden. Hier stellt sich die Frage, wie sich die Rentenauszahlung vom heutigen umlagefinanzierten System unterscheidet. Dies läßt sich einfach an einem Rechenbeispiel zeigen: Wir gehen von einem heute Zwanzigjährigen aus, der sich nach 45 Arbeitsjahren zur Ruhe setzen möchte. Vergleichen wir nun das Altersruhegeld bei 3 verschiedenen Bruttoeinkommen, wenn der Arbeiter seine Beiträge (20% vom Bruttolohn) in die heutige Rentenversicherung, oder bei 5% Zins pro Jahr auf ein Sperrkonto monatlich einzahlt. Welche Beträge hätte er als Rente bzw. für die Verzinsung des gesparten Kapitals zu erwarten? (Tab. 2/Abb. 25) Wie aus Abb. 25 hervorgeht, wäre beim kapitalfinanzierten Modell ein über dreifaches Ruhegeld nur durch Zinsen zu erwarten als beim bisherigen Umlagesystem. Sogar ein Kleinverdiener mit nur 30.000 DM Bruttogehalt pro Jahr, wäre am Ende seines Arbeitslebens Millionär.
Im beitragsfinanzierten System dagegen muß er sich mit einer Rente von 1307 DM zufriedengeben. Bereits nach 26 Jahren Arbeit, würde das angesparte Kapital genausoviel Zinsen abwerfen, wie der Arbeiter nach 45 Jahren Arbeit an Rente bekommen würde. Jedoch wird bei dieser Rechnung schnell vergessen, daß die Zinsen erarbeitet werden müssen. Wie aus Tab. 2 zu ersehen ist, wäre ohne die heutige Rentenabgabe, bereits nach wenigen Jahrzehnten praktisch jeder Arbeitnehmer Millionär. Die Erben würden danach bereits auf hohem finanziellem Niveau beginnen, bzw. gar nicht erst zu arbeiten anfangen, da allein die Zinsen für das gesparte Kapital ein angenehmes Leben ohne Mühe ermöglichen würden. Schnell wird deutlich, daß auch eine kapitalgedeckte Rente im Zinssystem nicht dauerhaft funktionieren kann. Die Wirtschaft müßte zusammenbrechen, weil niemand mehr einer Arbeit nachgehen würde. Deutlich wird jedoch an diesem Beispiel, daß eine Geldanlage auf dem Kapitalmarkt erheblich mehr Gewinn ermöglicht, als die Einzahlung in das Rentensystem. Kaum beachtet wird, daß dies eine der Ursachen für die zunehmenden Ungleichgewichte der Vermögen darstellt.

Vermögensverschiebung durch Rentenbeiträge

Der reiche Anteil der Bevölkerung muß nicht in das heutige Rentensystem einzahlen und kann dadurch schneller Kapital über das Zinssystem aufbauen. Bei den Arbeitern und Angestellten wird von vornherein ein Teil des Verdienstes an die Altersversicherung abgeführt - zum Sparen bleibt häufig nichts mehr übrig. Langfristig kommt es schon allein dadurch zu einer immer größeren Vermögensdiskrepanz. Insgesamt ist das Sozialsystem wieder ein großer Umverteilungsmechanismus von arm zu reich. Da nur Arbeitserträge von den Soziallasten betroffen sind, steht den Geldbesitzern ein viel größerer Betrag der Einkünfte für verzinste Anlagen zur Verfügung. Während der Großteil der Bevölkerung durch die Sozialbeiträge für durch das Zinssystem verursachte Mißstände bezahlen muß, kann eine reiche Minderheit das gesparte Geld nach der Zinseszinsrechnung vervielfachen. Wie extrem bereits die Umverteilung durch das Sozialsystem ist zeigen folgende Zahlen: 1960 umfaßte das Sozialbudget pro Jahr 74 Mrd. DM, zehn Jahre später bereits 189 Mrd. DM, 1980 500 Mrd. DM und 1992 wurde die 1 Bio. Grenze durchbrochen.


Freiheitliches Alterssparmodell

Das umlagefinanzierte Abgabesystem ist nicht akzeptabel, weil die Beiträge besonders kommender Generationen in keinem Verhältnis zu den später ausgezahlten Renten stehen. Jedoch auch die kapitalgedeckte Rente ist eine Illusion, weil spätestens nach einer oder zwei Generationen niemand mehr arbeiten würde, da jeder von seinen Zinsen leben könnte. Die richtige Lösung stellt hier das freiheitliche Alterssparmodell in einem zinsfreien Umfeld dar.
Hier könnte es jedem freigestellt werden, was er wie spart oder wann er zu arbeiten aufhören möchte. Dabei befände sich das Geld unter Kontrolle des einzelnen. Eine Zweckentfremdung durch die Politik wäre ausgeschlossen. Auch bei vorzeitigem Tod des Sparenden könnte das Geld vererbt werden. Es würde jeder selbst darüber bestimmen, wann er die Arbeit niederlegt und von seinen Ersparnissen leben möchte. Dabei könnten die Menschen wesentlich früher die berufliche Tätigkeit beenden, weil die hohen Rentenlasten entfallen. Vergessen werden darf auch nicht, daß bei Wegfall des Zinssystems jeder ein wesentlich größeres Einkommen als heute hätte, was beträchtlich kürzere Lebensarbeitszeiten ermöglichen würde. Der Übergang vom heutigen umlagefinanzierten System zum freiheitlichen Sparmodell muß dadurch bewerkstelligt werden, daß die Renten an die Ruheständler wie bisher weitergezahlt werden. Die Kosten hierfür sollen solange nötig durch Zinsersparnisse des Staates, nach Stabilisierung der Wirtschaft durch ein neues Finanzsystem, getragen werden. Die Rentenbeiträge werden abgebaut, wobei bereits gezahlte Beiträge schrittweise zurückerstattet werden.

...
Zusammenfassung und Ausblick

Am Ende der Betrachtung eines zinsfreien Geldes stellt sich die Frage, wie man sich die bisherige Entwicklung zusammenfassend vorstellen kann und wie der Ausblick in die Zukunft aussieht.
Am Anfang der heutigen D-Mark im Jahr 1948 standen die Zerstörungen aus dem Zweiten Weltkrieg Das System startete auf einem Trümmerhaufen, den der letzte Zusammenbruch übriggelassen hatte. Das bedeutete, daß ein großer Kapitalbedarf für den Wiederaufbau vorhanden war, die erzielbare Rendite war deshalb hoch. Noch höher war jedoch das Wirtschaftswachstum, was zu vorübergehend steigenden Arbeitseinkommen führte. Doch täuschte diese Sichtweise: Der Zuwachs des Bruttoinlandsproduktes steigerte sich nur linear, also um gleiche Beträge jedes Jahr. Der Kapitalertrag (Zinsen) wuchs jedoch exponentiell, das heißt mit um den Zinssatz jährlich erhöhten Beträgen. Anfangs war der lineare Zuwachs des Bruttoinlandsproduktes noch größer als das Zinswachstum, doch spätestens Anfang der achtziger Jahre konnte eine immer größer werdende Diskrepanz zwischen exponentiellem Kapitalzuwachs und Steigerung der Wirtschaftsleistung verzeichnet werden. Damit fingen die, schon Ende der sechziger Jahre zu beobachtenden Probleme an auszufern. Abhängig vom Zinssatz wurden die Unternehmen mit einer größer werdenden Zinslast konfrontiert, welche sich in Niedrigzinsphasen nicht mehr reduzierte. Die Betriebe waren zu Entlassungen oder zur Firmenaufgabe gezwungen. Der Reallohn steigerte sich immer langsamer, bis er seit Mitte der neunziger Jahre sogar zu sinken begann. Damit setzte sich eine Abwärtsspirale in Bewegung, welche sich seitdem über den Zyklus sinkender Reallöhne, sinkender Binnennachfrage und damit erzwungener Arbeitslosigkeit selbständig beschleunigt. Inzwischen machte sich auch das künstlich fortgesetzte, ungebremste Wirtschaftswachstum in zunehmender Umweltzerstörung bemerkbar. Doch besteht bis heute keine Möglichkeit die Wirtschaft auf einem Niveau zu stabilisieren, weil ein ständiger Wachstumszwang im Wettlauf mit dem exponentiell wachsenden Kapitalertrag besteht. Die Produktion wurde zunehmend auf Exportwirtschaft getrimmt. Damit jedoch steigerte sich bis heute die Abhängigkeit vom Ausland. Gleichzeitig tut sich heute eine Kluft auf, welche aus Handelsbilanzüberschuß bei uns und entsprechendem Defizit der anderen Handelspartner besteht. Diese können ihr Defizit nur über steigende Verschuldung bei uns ausgleichen, womit auch das internationale Konfliktpotential beträchtlich anwächst. Der Staat war von Anfang an dazu gezwungen, den Zinssatz möglichst hoch zu halten, da anderenfalls das Kapital aus dem Geldkreislauf gezogen wird und die Wirtschaft in eine Deflation abgleitet. Dabei war das Staatswesen zu wachsender Verschuldung gezwungen. Sobald die Unternehmen oder die Privathaushalte nicht mehr ausreichend für Neuverschuldung sorgten, mußte der Staat das Kreditangebot abschöpfen, um den Zinssatz hoch zu halten. Dabei besteht für die gesamte Volkswirtschaft ein Verschuldungszwang. Den exponentiell sich nach der Zinseszinsrechnung wachsenden Geldvermögen muß zwangsläufig ein gleich großer Verschuldungsbetrag gegenüberstehen. Damit jedoch kommt es automatisch zu einer Ansammlung von Kapital bei einer Minderheit, welche die Zinsen bekommt und einer Mehrheit, welche die Kapitallast durch wachsende Verschuldung tragen muß. Verschärft wird der Gegensatz noch durch das Steuer- und Sozialsystem. Die Reichen müssen im Vergleich zum Vermögen nur wenig Steuern und keine Sozialbeiträge zahlen, entsprechend bleibt mehr Geld übrig, um durch das Zinssystem sein Geld zu vervielfachen.
Seit dem Wendepunkt des Systems, Anfang der achtziger Jahre, als der Kapitalertrag schneller zu wachsen begann als der Produktionszuwachs, stand den Finanzströmen nicht mehr genug rentables Realkapital zur Investition zur Verfügung, weshalb zunehmend in spekulative Anlageformen (Aktien) investiert wurde. Damit wuchs exponentiell eine Spekulationsblase, welche dann zerplatzt, wenn die Unternehmen nicht mehr die erwarteten Gewinnsteigerungen aufweisen können. Ein Aktiencrash ist die unmittelbare Folge. Damit wird das Vertrauen in die Wirtschaft völlig untergraben und das Kapital zieht sich bei gleichzeitig sinkenden Zinsen vom Markt zurück. Dann beginnt eine deflationäre Abwärtsspirale immer schneller zu drehen. Die Preise brechen ein, Löhne werden gedrückt und Arbeitskräfte entlassen. Auch der Staat kommt durch die deflationär aufgewerteten Schulden in zunehmende Zahlungsschwierigkeiten. Sozial- und Arbeitslosenhilfe kann nicht mehr geleistet werden, Massenarmut breitet sich aus. Aus den unzufriedenen Massen wächst gewaltsame revolutionäre Zerstörungskraft, welche sich in Bürgerkriegen und internationalen bewaffneten Konflikten entlädt. Am Ende fängt das System dort wieder an, wo es begonnen hat, auf einem Trümmerhaufen.
Jetzt stellt sich die Frage, wie sich unter diesen Voraussetzungen die Einführung umlaufgesicherter Währung und damit die Systemstabilisierung denken läßt. Bei der heutigen Vermögenskonzentration und der gewaltig angewachsenen Spekulationsblase, muß davon ausgegangen werden, daß die zerstörerische Entwicklung nicht mehr angehalten werden kann. Die Zeit ist wahrscheinlich nicht mehr fünf Minuten vor zwölf Uhr, sondern sie zeigt bereits fünf Minuten nach zwölf an. Auch ist eine schnelle Aufklärung der Bevölkerung praktisch unmöglich, weil die monopolisierten Massenmedien nicht zu unserer Verfügung stehen. Deshalb bleibt uns nur der Weg, Pläne für die Zukunft zu entwerfen, um nach dem Zusammenbruch eine stabile Währung zu etablieren. Dabei spielt die Aufklärungsarbeit, welche heute geleistet wird, eine wichtige Rolle. Menschen, welche schon jetzt mit dem Gedanken an eine zinsfreie Währung vertraut gemacht werden, stehen in der Zukunft einer Einführung positiver gegenüber, als diejenigen, welche noch nie etwas davon gehört haben. Hier ist jeder dazu aufgerufen, seinen Beitrag zu leisten, im Kleinen wie im Großen!
Oftmals wird man, beim Hinweis auf die Unmöglichkeit und das zwangsläufige Scheitern des heutigen Systems, von manchen Zeitgenossen als "Pessimist" abgetan. Doch was ist pessimistischer, der Gedanke an eine neue, stabile Welt, oder der Wunsch, daß unser System möglichst lange existieren solle, mit zunehmender Ungerechtigkeit, Ausbeutung, Gewalt und Verlust der Freiheit? Einem System, aus dem am Ende nur noch der Tod herausführt. Die Geschichte zeigt deutlich, daß sich ein besseres System nur dann durchsetzen kann, wenn die alte Ordnung an ihren inneren Widersprüchen zerbrochen ist. Hier sehe ich die heutige Entwicklung durchaus optimistisch, nach dem Motto: Lieber ein Ende mit Schrecken, als ein Schrecken ohne Ende!


Lesermeinungen:

„Mir ist keine Arbeit auf diesem Gebiete bekannt, die den umfangreichen Stoff so kurz und prägant dem Leser nahebringen kann. Gerade weil es für uns einfacheren Leute geschrieben ist und nicht nur für Akademiker, macht das Buch so sympathisch! ...Hier wird einem die ganze Dramatik klar, mit der wir auf den Zusammenbruch zusteuern und der unvermeidlich ist.“ E.W.

„Von dem Buch „Sprengstoff Geld“ bin ich hellauf begeistert. Es spricht mir aus der Seele! Ich habe es gleich zweimal gelesen. Es zeugt von hohem Sachverstand und es wird wenig polemisiert.“ M.G.



Zurück zum Seitenanfang

Bestellen

Zurück zum Bücherindex